Schadstoffmanagement / Asbest

Asbest

Asbest ist eine Sammelbezeichnung für sechs natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale. Typisch für Asbest ist die leichte Spaltbarkeit entlang der Längsachse.

Asbestminerale werden wie folgt kategorisiert:

Asbestgruppe
Mineralnamen
Silikat
Trivialname
Weiteres
Serpentingruppe
Chrysotil
Mg-Fe-Ni-Silikat
Weißasbest
industriell am häufigtsen verwendete Asbestart
Amphibolgruppe
Grunerit / Ferro-Anthophyllit / Mysorit
Fe-Silikat
Braunasbest
= Amosit
Amphibolgruppe
Riebeckit / Krokydolith / Magnesioriebeckit
Na-Fe-Silikat
Blauasbest
Amphibolgruppe
Tremolit
Ca-Mg-Silikat
Amphibolgruppe
Aktinolith
Ca-Mg-Fe-Silikat
Amphibolgruppe
Anthophyllit
Mg-Fe-Silikat

 

Bei den auf dieser Seite gezeigten Bildern handelt es sich um rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen von Asbest.
     Chrysotil                                                               Amosit in AZ-Platte


Asbest besitzt eine hohe Flexibilität sowie eine große Reiß- und Zugfestigkeit, ist nicht brennbar, sehr langlebig (verrottungsfest) und mit Zement gut mischbar. Asbest ist gegen Hitze bis >500 °C beständig, gegen schwache Säuren sowie viele Chemikalien widerstandsfähig sowie ein sehr guter Isolator und darüber hinaus spinnfähig. Mit diesen Eigenschaften fand Asbest eine vielfältige industrielle Anwendung – u. a. in der Bauindustrie.

Bei der Bearbeitung und/oder der Verwitterung (Alterung) asbesthaltiger Materialien werden Asbestfasern freigesetzt. Die feinsten Fasern können eingeatmet werden. Besonders kritisch sind Fasern mit einer Länge über 5 µm und einem Durchmesser unter 3 µm sowie einem Verhältnis von Länge zu Durchmesser, das größer als 3 : 1 ist. Das Einatmen kann bereits bei geringer Konzentration die so genannte Asbestose auslösen, welche später zu Lungenkrebs führen kann.

Besonders gefährlich sind Stoffe, die schwach gebundenen Asbest (Spritzasbest) mit einem geringen Anteil an Bindemitteln und einem Asbestanteil von 25 – 40 Gew% besitzen und die Asbestfasern leicht freisetzen. Aber auch fest gebundener Asbest, sog. Asbestzement, kurz AZ,  (häufigster Handelsname „Eternit“), mit einem Asbestanteil von ≤ 15 Gew%, gibt bei mechanischer Bearbeitung/Verwitterung Fasern ab.

     Chrysotil in AZ-Platte                                           Chrysotil in AZ-Platte                                            Chrysotil in AZ-Platte (schwach gebunden)


Folglich wurde Asbest bereits 1970 offiziell als karzinogen eingestuft und sein Einsatz in vielen Staaten (u. a. in der gesamten EU sowie der Schweiz) verboten.

Asbest stellt heute primär ein Entsorgungsproblem dar, da es noch in vielen alten Bauteilen vorkommt:

  • Asbestzement („Eternit“): Dacheindeckungen und Außenwandverkleidungen
  • Asbest in Fußbodenbelägen auf Kunststoffbasis und im Estrich
  • in alten Klebern
  • in älteren Elektrogeräten, z. T. als Hitzeschutz (Bügeleisen, Nachtspeicheröfen, Toaster, Elektrogrill, Fön, Kohlebogenlampen, Thermoelemente, Temperaturmesswiderstände, Hoch-lastwiderstände, Heizwiderstände, NH- und HH-Sicherungen, Röhrenrundfunkempfänger u. a.)
  • in alten Bremsbelägen und Kupplungen
  • Dichtungen in Heizkesseln oder Abgasrohren
  • Wärmedämmung von Rohrleitungen
     Chrysotil in PVC-Bodenfliese                               Chrysotil in Bodenfliesenkleber


[zurück]

weitere Informationen unter:
Asbest, LfU Bayern